Budo-Club Malsch e.V. - Vereinsgeschichte
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| Vereinsgeschichte |
Autor:
Christian Späth ::
Verfasst am:
So März 30, 2008 2:21 pm
- Kleine Zeitreise -
Als 1966 Bernd Hartmann aus Vichy nach Malsch zurückkehrte, dachten selbst kühnste Optimisten nicht, dass schon vier Jahre später der Judo Club Malsch entstehen sollte.
Aber zunächst wie alles begann.
Der Judosport in Deutschland ist nämlich noch gar nicht so lange etabliert wie man denken mag. Begonnen hat alles in den frühen dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, genauer 1932, als zum ersten Mal verstärkt japanische Trainer nach Deutschland strömten. Von da an nahm die Entwicklung seinen Lauf, es fanden sich schnell Anhänger für den „Sanften Weg“, was im Japanischen Judo genannt wird. Der Boom nahm abrupt ein Ende mit Beginn des 2. Weltkriegs. Und mit der Besatzung Deutschlands durch die Alliierten, die den Judosport verboten hatten, wurde ein Neuanfang hinausgezögert. Als 1953 der Deutsche Judo Bund e.V. gegründet worden war, fiel der erneute Startschuss auch in Deutschland und die Popularität des Judosports stieg bis heute.
1966:
Ein gewisser Bernd Hartmann kam zurück in seine Heimat, mit einer Hand voller Jugendlichen und mit Hilfe des örtlichen Fußballvereins, begann dieser Mann den Judosport in Malsch bekannt zu machen. Der Trainingsbetrieb konnte sogar noch in dem selben Jahr aufgenommen werden, dies war aber nur möglich durch die Eingliederung in den Fußballverein. Dieser war es schließlich auch, der die erste Judomatte ( Tatami ) für die noch junge Unterabteilung finanzierte. Durch den allgemeinen Beliebtheitsgewinn der jungen Sportart, war es nur eine Frage der Zeit bis sich die ersten Erfolge einstellten, und so kam, was nach Jahren der Unruhe kommen musste. Man fragte sich, ob man die Abteilung nicht in einen eigenen Verein umwandeln könne. Einziges Problem bestand darin, dass die Mehrzahl der Aktiven Jugendliche waren, die keine Vereinsfunktionen übernehmen durften. In aller Eile erklärten sich eine Anzahl an Väter bereit im Vereinsleben mitzuarbeiten, obwohl sie größten Teils noch nie auf einer Judomatte standen, so halfen sie den Aktiven den großen Traum zu erfüllen.
12.12.1970:
An diesem Tag war es dann soweit. Nach einigen Verhandlungsrunden mit dem FV Malsch konnte eine Einigung erzielt werden, die beider Seiten zufrieden stellte. Es wurde mit Unterstützung der örtlichen Sparkasse der Restbetrag der Mattenkosten aufgebracht, und damit die Trennung im Guten wesentlich erleichtert. So konnte an diesem Tag die erste konstituierende Generalversammlung, nachdem die Satzung angenommen wurde, den Vorstand wählen.
Und so ging das erste Wahlergebnis aus:
1. Vorsitzender: Ernst Krause
2. Vorsitzender: Werner Panter
Technischer Leiter: Bern Hartmann
Kassierer: Konrad Zapf
Schriftführerin: Annemarie Kühn
Beisitzer: Robert Lumpp, Wilhelm Reichert, Saverio Palminteri, Peter Nyczka, Josef Knörr
Der Judo Club Malsch e.V. war geboren. Als dann die Mitgliederzahl kontinuierlich zu wachsen beginn, kam auch die Idee eine zweite Matte zu beschaffen. Trotz zahlreicher Mitglieder wäre der Kauf ohne Unterstützung der Mitglieder nicht möglich gewesen! Denn erst durch eine einmalige Mattenspende aller Beitragszahlenden, war auch die zweite Judomatte kein Wunschtraum geblieben. Zahlreiche Mitglieder von damals sind auch heute noch Mitglieder und engagieren sich noch heute für „Ihr Kind“, den Budo Club Malsch.
Zum Budo Club ( Budo = Gesamtheit ostasiatischer Kampfsportarten, wie z.B. Karate, eben Judo, aber auch Jiu-Jitsu oder Kendo und zahlreiche andere ) wurde man erst mit der Aufnahme des Karatesports am 15.03.1980. Die Karatekas unter der Leitung von Edwin Buhlinger nahmen sehr schnell Fahrt auf, was in der Zeit der Jackie Chan – Filme für mich kaum verwunderlich klingen mag. Als dann auch das erste große Jubiläum im selben Jahr anstand und eine Show quer durch die Kampfsportarten des Budo das Publikum in der örtlichen Bühn - Sport - Halle aus den Sitzen riss, war der Grundstein für weitere Erfolge gelegt.
In den 80er Jahren entstand auf Grund einer Welle von Gewalttaten gegenüber Frauen eine Kooperation der VHS Malsch, der Gemeinde Malsch und dem Budo Club. Nach dem überraschend gut besuchten 1. Selbstverteidigungskurs wurde unserem Budo Club eine weitere Kampfsportart hinzugefügt. Die Leitung dieser Gruppe übernahmen damals der 1. Vorstand, Peter Nyczka, und Norman Nitsche, die bis heute von den „Selbstverteidigenden“ Frauen das Fürchten gelehrt bekommen.
Vergessen möchte ich natürlich nicht die sportlichen Erfolge, eng mit diesen verbunden sind auch die Erfolge innerhalb und außerhalb des Vereins, was so Mancher höher bewerten mag. Allen voran möchte ich Herrn Peter Nyczka stellen, der seit 1978 1. Vorsitzender des Vereins ist und seit einiger Zeit Träger des 4. Dans ist. Er besitzt aber nicht nur die höchste Graduierung in unserem Verein, sondern vergaß auch in seiner Jugend die sportlichen Erfolge nicht. Da wären neben zahlreichen Podestplätzen, halte ich diese hier für besonders erwähnenswert:
1969
Badischer Jugendmeister
Teilnehmer beim Länderkampf Saarland – Baden
1970
Teilnahme an der Deutschen Juniorenmeisterschaft
Teilnahme am Olympia – Sichtungsturnier ( 7. Platz )
1971
3. Platz Kreismeisterschaften
3. Platz Bezirksmeisterschaften
3. Platz Badische Meisterschaften
10. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin
1971 – 1973
Mitglied der Bundesligamannschaft des Budo - Club Karlsruhe
1986
3. Platz bei der Badischen KATA – Meisterschaft ( mit Norman Nitsche als Partner )
Solche Namen wie Heribert Zimmer, Bernhard Rastetter, Jürgen Schindele, Harald Lindner und Georg Krämer stehen ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen ebenso für Erfolge. Besonders sei hier zu erwähnen der Erfolg 1984 bei den Kreisligameisterschaften, wo man als souveräner Sieger in die Bezirksliga aufstieg, dies war unter anderem ein Erfolg der oben genannten Herren. Mit der verstärkten Aufnahme von weiblichen Mitgliedern ließen auch hier die Erfolge kaum Warten. Dabei sollten die Namen Elke Taller und Susanne Möller hervorzuheben sein, denen in den 90er Jahren solche Namen wie Evelyn Nyzcka, Katja Werthwein, das Geschwisterpaar Mascha und Laura Schindler und in der jüngsten Zeit die Schwestern Ann Christin und Berenika Schiel folgen sollten. Bei den Jungen bzw. Männern ist in den späten 80er und frühen 90er Jahren ein weiterer Stern am Malscher Judohimmel aufgegangen, Thorsten Geiger. Er gewann nicht nur das Badische Ranglistenturnier, sondern wurde auch Badischer Pokalsieger, und qualifizierte sich bei den Süddeutschen Einzelmeisterschaften für die Teilnahme an den Deutschen Einzelmeisterschafen. Ein bisschen unter gingen in dieser Zeit die Erfolge der Brüder Jochen und Martin Schoch, die ebenfalls das Badische Ranglistenturnier ( Jochen vor Heimkulisse ) und den Badischen Pokal ( 2x Martin Schoch ) für sich entscheiden konnten. Einen weiteren Badischen Meister konnte der Budo Club mit Fabian Schmitt verbuchen, der sich damit ebenfalls für die Süddeutschen Juniorenmeisterschaften qualifiziert hatte. Selbstverständlich sind dies nicht die einzigen Wettkampferfolge, aber dazu mehr an anderer Stelle. Dies alles ist aber nur möglich gewesen durch die hervorragende Jugendbetreuung und das frühe Heranführen der jungen Aktiven an den Wettkampfsport. Verantwortlich für diese Arbeit sind seit langer Zeit, seit Jahrzehnten ist man geneigt zu sagen, Saverio Palminteri und Inge Nyczka. Dank ihrer hervorragenden Arbeit sind so manche Erfolge erst möglich geworden, vor allem das gezielte technische Training in jungen Jahren sollte so manchen „ Betroffenen „ immer wieder an die Grenzen seiner Aufnahmefähigkeit bringen, dafür noch einmal ein herzliches Danke auch von meiner Seite. Auch die anderen Trainerleistungen sollen nicht geschmälert werden, aber hier gilt gleiches wie bei den sportlichen Erfolgen, alle Leistungen entsprechend zu würdigen würden schlicht den Rahmen sprengen.
Ich möchte stattdessen auf die Schwierigkeit hinweisen, vor der ich stand als ich die Geschichte von unserem Verein festhalten sollte. Das Problem sollte schnell ausgemacht sein, da viele, ja nahezu alle entscheidenden Dinge vor meiner Geburt ( 1981 ) lagen. Eine Geschichte zu erzählen, die nicht die eigene ist, ist wie in einem Roman zu lesen, in dem man versucht den Platz des Helden einzunehmen. Die Frage war “ Wer sind diese Personen, in deren Rolle man als Außenstehender schlüpfen könnte ? “ Diese Frage schwirrte mir die ganze Zeit beim Schreiben dieser Vereinschronik im Kopf herum. Ich denke ohne diese Frage hätte ich schon bei der ersten Zeile aufgeben müssen und da mir nichts daran lag eine Vorlage einfach abzupinseln, versetzte ich mich nach und nach in die verschiedenen Personen, die dem Verein so viel gaben, dass er das wurde, was er heute ist.
Ich danke deshalb noch mal herzlich allen Mitgliedern und vor allem dem Gründer Herrn Hartmann und dem jetzigen Vorstand Herr Peter Nyczka.
Vielen Dank.
Vito Milella
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