Budo-Club Malsch e.V. - Geschichte des Judo
|
|
| Judo Geschichte |
Autor:
Christian Späth ::
Verfasst am:
So März 30, 2008 1:45 pm
In der Stadt Mikage, nahe Kobe, Japan, wurde Jigoro Kano am 28. Oktober 1860 geboren. 1871 zog Kano mit seiner Familie nach Tokyo.
Als Kind war Kano klein und schwächer als Kinder seines Alters und oft krank. Später entschied Kano, etwas für sich, seinen Körper und Geist, sprich seine Gesundheit zu tun. Er wollte sich gegen die ihm normalerweise körperlich Überlegenen wehren können.
Mit 18 Jahren besuchte er die Tenjin Shinyo ryu (Schule Jujitsu). Unter Anleitung von Fukuda Hachinosuke begann Kano seine körperliche und geistige Ertüchtigung. Die Tenjin Shinyo ryu betonte Harmonie eher als Kampf, beinhaltete aber auch sehr effektive, kurze Techniken.
Nach seiner Zeit in der Tenjin Shinyo ryu wechselte Kano in die Kito ryu und lernte unter Tsunetoshi Iikubo. Diese Art des Jujitsu war sanfter, Symbolisches mit Körperlichem, auch Körperwürfen, verbunden.
Jigoro Kano (1860-1938)
Während dieser Zeit begann Kano vergleichende systematische Studien von Formen des Jujitsu wie sekiguchi-ryu und seigo-ryu. Er begann dieses Projekt aus Respekt vor seinen Meistern, aber schon bald fand er etwas mehr, was dem Unterrichten fehlte. Er studierte diverse Schriften der Gründer verschiedener Schulen und Philosophie, z.B. Lao-Tsze.
Um 1880 herum erinnerte Kano die Jujitsu-Techniken, die er gelernt hatte. Er sah, dass durch Kombination der "besten" Techniken der verschiedenen Schulen in einem System ein Erziehungssystem begründet werden konnte, das geistige wie körperliche Kraft enthalten sollte. Zusätzlich glaubte er, dass Techniken, die im Wettkampf Verwendung finden, weitgehend ungefährlich sein sollten, im Gegensatz zu den gefährlicheren, im Wettkampf verbotenen Techniken, deren Übung mit letzter Konsequenz unmöglich war und ist.
1882 fasste er diese Techniken zusammen, fügte einige eigene hinzu und entfernte Techniken wie Tritte und Schläge. Mit 22 Jahren präsentierte er seinen neuen "Sport": Judo. Er nannte diesen Sport Kodokan Judo. Das Wort Kodokan besteht aus ko (Methode, Studie), do (Weg) und kan (Platz), meint also "einen Platz, den Weg zu Studieren". Judo bestehend aus ju (sanft) und do (Weg).
Kano gründete seine Judo Schule, genannt Kodokan, im Eishoji Buddhist Tempel in Tokyo. Er hatte neun Schüler im ersten Jahr. Heute hat der Kodokan ein paar mehr Besucher im Jahr.
Kano gab sich seinem Judo hin, was aber seine akademischen Studien nur unterstützte. Er studierte Literatur, Politik und Wirtschaft und schloss 1881 an der Tokyo Imperial University ab.
1886 wurde ein Wettkampf wegen der Rivalität zwischen Jujitsu Schulen und Judo ausgetragen, um die "beste Kunst" herauszufinden. Die Schüler um Kano gewannen den Wettkampf, was dem Judo eine große Popularität einbrachte.
Die Kategorisierung des Kodokan Judo war 1887 komplett und hatte drei Ziele: körperliche Ertüchtigung, Wettkampftauglichkeit und mentales Training. Seine Struktur als Kampfsport war so, dass es als Wettkapf praktiziert und trainiert werden konnte. Schläge, Tritte und verschiedene Hebel, sowie andere dafür zu kritische Techniken wurden nur Erfahreneren weitergegeben.
1889 beginnend verließ Kano Japan um Europa und die Vereinigten Staaten zu besuchen. Er reiste acht Mal, um Judo zu unterrichten, etliche Male zu olympischen Spielen und damit verbundenen Treffen. Viele seine Schüler verließen Japan, um Judo überall in der Welt zu unterrichten.
1892 begann Judo sich auf der Welt zu verbreiten als Takashima Shidachi der Japan Society in London von der Geschichte und Entwicklung des Judo berichtete. 1895 teilte Kano die Würfe des Judo in die Go Kyo No Waza. 1900 wurde die Vereinigung der Kodokan Dan Grad Träger gegründet.
1909 wurde Kodokan eine offizielle japanische Angelegenheit. Im gleichen Jahr ernannte man Jigoro Kano zum ersten japanischen Mitglied des IOC. 1911 wurde Judo in das japanische Erziehungssystem integriert.
Die Kodokan Prinzipien münden darin, dass das Individuum, (auch) durch Judo geprägt, von Wert für die Gesellschaft sein soll.
Der "Vater des japanischen Sports", ausgezeichnet mit dem Asahi Preis für das Engagement in Organisation des Sports in Japan als Lebenswerk, war als Partner oder Gegner im Judo jemand, dem testiert wurde: "Es war wie der Kampf gegen eine leere Jacke".
Kano starb am 4. Mai 1938.
|
|
|